Raiffeisenbank Riedenburg-Lobsing eG

Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Riedenburg-Lobsing eG

Raiffeisenbank Riedenburg-Lobsing eG schüttet 3,25% Dividende für ihre Mitglieder aus

Die Raiffeisenbank Riedenburg-Lobsing hat einen neuen Vorstand: Für den langjährigen Direktor Bernhard Sandl rückt am 1. Juli Thomas Buchner nach. Er betreut in Zukunft das Ressort Marktfolge. Das ist auf der 41. Vertreterversammlung der Bank in Hagenhill am Freitagabend bekanntgegeben worden. Die Genossenschaftsbank erzielte im vergangenen Jahr eine Rekordbilanzsumme von 493 Millionen Euro. Rund 119330 Euro werden an die 6180 Mitglieder ausgeschüttet. Dies entspricht einer Dividende von 3,25 Prozent.

 
Es sind große Fußstapfen, in die Thomas Buchner tritt. Seit dem Jahr 2002 war Bernhard Sandl Vorstand der Raiffeisenbank Riedenburg-Lobsing und er hat das Kreditinstitut angesichts Finanzkrise, Niedrig-Zins-Phase und Regulierungswelle schon durch manche schwierige Zeiten geführt.


Nun hat der Aufsichtsrat Thomas Buchner aus Neuenhinzenhausen in den Vorstand berufen. Der 39-Jährige ist ein bekanntes Gesicht in der Raiffeisenbank. Bereits seit 23 Jahren ist er der Genossenschaftsbank treu (siehe eigenen Bericht). Wie er in seiner Rede betonte, freut sich der Neuenhinzenhausener, zusammen mit seinen Kollegen die Zukunft der Bank mitgestalten zu dürfen, auch wenn das Kreditinstitut vor Herausforderungen steht, die es zu bewältigen gilt - "sei es vor dem Hintergrund des aktuellen wirtschaftlichen Umfelds oder der Lage der Bankenbranche allgemein". Trotzdem ist Buchner davon überzeugt, dass er und sein Team die zukünftigen Aufgaben meistern werden und den Kunden weiter "kompetente und umfassende Beratung sowie modernes und zeitgemäßes Banking anbieten können".

Neben Thomas Buchner ergeben sich weitere Änderungen in der Geschäftsführung. Wie der Aufsichtsratvorsitzende Norbert Hummel den Mitgliedern mitteilte, wird Konrad Kolbinger ab 1. Juli zum Vorstandsvorsitzenden und wechselt vom Marktfolge-Ressort ins Markt-Ressort.

Ferner beschloss der Aufsichtsrat, dass der bisherige Prokurist Wendelin Meier mit Wirkung zum 1. Juli Generalbevollmächtigter der Raiffeisenbank Riedenburg-Lobsing wird. Er ist auch stellvertretender Marktvorstand und gehört in seiner Funktion als Generalbevollmächtigter der erweiterten Geschäftsführung an. Sebastian Schoberer erhält zum 1. Juli die Prokuristen-Bevollmächtigung und wird Stellvertreter des Marktfolge-Vorstands Thomas Buchner. Mit diesen personellen Veränderungen ist sich der Aufsichtsrat sicher, "die bestmögliche Lösung für die Bank gefunden zu haben, um die zukünftigen Herausforderungen meistern zu können", sagte Hummel. Für ihn seien das in erster Linie die geringer werdenden Zinsmargen und das sich verändernde Kundenverhalten, das die Digitalisierung mit sich bringe. "Das Thema Digitalisierung wird in Zukunft immer wichtiger und wir möchten natürlich vorne mit dabei sein. Aber eines darf nicht zu kurz kommen: die Nähe zum Kunden." Hummel dankte im Namen des Aufsichtsrats Bernhard Sandl für dessen jahrelanges Engagement in der Bank - erst als Geschäftsstellenleiter und dann als Vorstand. In ein paar Wochen wird eine offizielle Verabschiedungsfeier für Sandl stattfinden.

Vor der Bekanntgabe der personellen Veränderungen legte der derzeitige Vorstand Bernhard Sandl seinen Tätigkeitsbericht vor. Darin fand er deutliche Worte für die Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank: "Die Sparer werden enteignet", lautete sein Urteil. Er erzählte von Zeiten, in denen die Welt der Sparer noch in Ordnung war. "Von 1960 bis 2000 erzielte man mit einer zehnjährigen Bundesanleihe eine Verdoppelung seines Investments nach circa zwölf Jahren." Und heute? "Heute würde man dafür rund 195 Jahre benötigen", gab Sandl zu bedenken. Die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung sowie die niedrigen Zinsen haben laut dem Vorstand dazu geführt, dass das Interesse an Wohneigentum - das "Betongold" - deutlich gestiegen ist. "Die Immobilien stehen als sichere Anlage gut im Kurs, sind aber auch wesentlicher Teil der privaten Altersvorsorge", so Sandl. Neben der Null-Zins-Politik würden auch die ständigen Verschärfungen beim Melde- und Prüfungswesen das Bankgewerbe belasten, das zudem den Eigenkapitalvorschriften gerecht werden müsse. 2018 sei noch erschwerend hinzugekommen, dass die Weltwirtschaft abkühlte. Die Folgen waren, so Sandl, auch in Deutschland spürbar. Das Bruttoinlandsprodukt stieg nur um 1,4Prozent, zum Jahresende stagnierte die Wirtschaft und schrammte knapp an einer Rezession vorbei. Auch die schwächelnde globale Konjunktur und der Handelskonflikt mit den USA hätten erhebliche Auswirkungen gehabt.

Trotz all der Herausforderungen im globalen und deutschen Wirtschaftsumfeld habe sich die Raiffeisenbank Riedenburg-Lobsing im Jahr 2018 "wieder einmal mehr als gut geschlagen und ein ordentliches Ergebnis abgeliefert", so Sandl. Erneut sei es gelungen, mit den Kunden und Mitgliedern einen guten Jahresabschluss zu erzielen. Dieser Erfolg sei in erster Linie den 70 Mitarbeitern zu verdanken - dem "Herzstück unseres Hauses", wie Sandl betonte.

Auch Josef Lohr, Bürgermeister von Oberdolling, bestätigte den Anwesenden, dass die Mitglieder mit den vorgelegten Zahlen in Zeiten der Niedrig-Zins-Politik "mehr als zufrieden sein" könnten. Die guten Ergebnisse zeigten, dass die Verantwortlichen der Bank vorausschauend gewirtschaftet haben.

Dass dies der Fall war, bestätigte auch Vorstand Konrad Kolbinger. Er leitete seinen Geschäftsbericht mit einer Geschichte ein, die von einem an einem Pflock angebundenen Elefanten handelte. "Die Raiffeisenbank ist ein bisschen wie der Pflock", sagte der Vorstand. Sie stehe für Stabilität und Bodenhaftung in der Region. Er meinte damit, dass die Genossenschaftsbank weiterhin das traditionelle Bankgeschäft pflegt. "Die Kunden kennen ihre Bank und haben langjährige freundschaftliche Beziehungen zu uns aufgebaut. Deshalb wollen wir für die Kunden bei uns daheim ein zuverlässiger Pflock bleiben." Seine Bank ist aber nicht nur ein Pflock, sondern auch der Elefant. Genauso wie der Dickhäuter in der Geschichte sei auch das Geldinstitut stärker geworden und gewachsen. So wie sich der Elefant nicht von dem Pflock losreißt, obwohl er es jederzeit könnte, so verliere auch die Bank nicht ihre regionale Verwurzelung und damit den persönlichen Kundenkontakt. "Durch unsere sehr gute Bilanz sind wir zukunftsfähig und können Entscheidungen selbst treffen. Wir sind in der Lage, auch so manch schweren Baum zu schultern, und haben uns erfolgreich gegen den Fusionstrend gewehrt", sagte Kolbinger.

Wie die Zahlen zeigten, sei es mit der Raiffeisenbank 2018 kontinuierlich nach oben gegangen. So ist die Bilanzsumme von 477 Millionen Euro auf 493 Millionen Euro gestiegen, was ein Wachstum von 3,5 Prozent bedeutet. Überdurchschnittlich gute Zuwächse verzeichnete die Raiffeisenbank Riedenburg-Lobsing gerade im Kundeneinlagengeschäft. Hier sei der Gesamtbestand an Kundeneinlagen von 332 Millionen auf 358 Millionen gewachsen. "Trotz dieses hohen Zuflusses an Kundengeldern haben wir es im Jahr 2018 wieder geschafft, Negativzinsen zu vermeiden" - und das, obwohl viele Mitbewerber in der Region bereits Strafzinsen berechnen würden. Beim Vergleich mit den anderen 257 bayerischen Genossenschaftsbanken rangiere die Raiffeisenbank Riedenburg-Lobsing bei der Wirtschaftlichkeit auf Platz elf. Im Jahr 2014 lag man noch auf Platz 146. "Wir sind also ganz vorne mit dabei", freute sich Kolbinger. Trotzdem möchte der Vorstand für die Zukunft nicht zu viel versprechen: "Mit jedem Jahr der Niedrig-Zins-Phase werden die Ergebnisse abschmelzen" - da helfe auch kein "Turn- und Fitnessprogramm". Laut Kolbinger nehmen die Herausforderungen von Jahr zu Jahr zu, sodass sich die Mitglieder in den kommenden Jahren besser auf rückläufige Zahlen einstellen und nicht zu euphorisch in die Zukunft blicken sollten. Die Dividende von 3,25 Prozent wurde von den anwesenden Mitgliedern ohne Gegenstimme akzeptiert. Einstimmig wurde auch Norbert Hummel als Aufsichtsratsvorsitzender wiedergewählt. Neben ihm gehören Roswitha Merl-Pollin und Friedrich Riemhofer dem Gremium an.
 

Thomas Buchner - ein bekanntes Gesicht

Bereits seit 23 Jahren ist der 39-jährige Thomas Buchner für die Raiffeisenbank Riedenburg-Lobsing tätig. Als Auszubildender hat er 1996 seine berufliche Laufbahn in der Geschäftsstelle in Lobsing begonnen. Wie es das Schicksal wollte, hieß der damalige Leiter Konrad Kolbinger - Buchners jetziger Vorstandskollege. Einmal in die Führungsspitze der Bank aufzurücken, lag, wie der Diplom-Betriebswirt in seiner Antrittsrede vor den Mitgliedern erklärte, damals außerhalb seiner Vorstellungskraft.

Nach seiner Zeit in Lobsing kam er schließlich als Sachbearbeiter in die Kreditabteilung in Riedenburg. Berufsbegleitend absolvierte er seinen Bankfachwirt und Betriebswirt und erlangte an der Fachhochschule in München und Göttingen seinen Abschluss als Diplom-Betriebswirt. Nach Stationen in der Kreditabteilung in Riedenburg übernahm er im Jahr 2016 den Bereich Kredit und die Stellvertretung des Vorstands. Anfang 2018 erhielt er außerdem die Bevollmächtigungen eines Prokuristen.

Buchner ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt mit seiner Familie im Altmannsteiner Ortsteil Neuenhinzenhausen. Neben seiner Tätigkeit in der Bank engagiert sich der 39-Jährige in der Kommunalpolitik und sitzt im Altmannsteiner Marktrat.

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