Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Riedenburg-Lobsing eG

Raiffeisenbank Riedenburg-Lobsing eG schüttet 3,25% Dividende für ihre Mitglieder aus

Tettenwang. Zur diesjährigen Vertreterversammlung im Altmannsteiner Ortsteil Tettenwang waren gut 60 Vertreter und Vertreterinnen der Raiffeisenbank Riedenburg-Lobsing eG gekommen. Aufsichtsratsvorsitzender Norbert Hummel begrüßte alle Anwesenden Bürgermeister und Vertreter der umliegenden Gemeinden sowie zahlreiche Ehrengäste und Mitarbeiter. Hummel berichtete von einem erneut guten Ergebnis der Bank. Die Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Riedenburg-Lobsing eG beschloss, heuer wiederum eine Dividende von 3,25 Prozent an die 6119 Mitglieder auszuschütten. Der Aufsichtsrat Friedrich Riemhofer ist im Turnus aus dem Kontrollgremium ausgeschieden. Er stellte sich zur Wiederwahl und wurde einstimmig im Amt bestätigt.

Vorstand Bernhard Sandl ging eingangs auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im abgelaufenen Geschäftsjahr ein. Diese seien mit 2,2 Prozent Wirtschaftswachstum, sprudelnden Steuereinnahmen und steigender Beschäftigung und sinkender Arbeitslosenquote so gut wie seit Jahren nicht mehr. Die Kehrseite der Nullzinspolitik der EZB sind die geringen Zinseinnahmen der Sparer. Konnte man von 1960 bis zum Jahr 2000 noch in zwölf Jahren sein Guthaben verdoppeln, so benötigt man dafür heute rund 195 Jahre. Er berichtete von überdurchschnittlichen Zuwächsen in allen Bereichen des Bankgeschäfts. So wuchs das Einlagengeschäft um 6 Prozent. Das Kreditgeschäft wurde durch überdurchschnittlich hohe Sondertilgungen konsolidiert und hat sich auf Vorjahreshöhe gehalten. „Betongold ist weiterhin stark gefragt“, so Sandl. Er verwies auf die nach wie vor starke Nachfrage nach Immobilien. Im vergangenen Jahr wurden durch die eigene Immobilienabteilung 37 Objekte mit einem Verkaufswert von 10,2 Millionen Euro vermittelt. Zusätzlich kamen 16 Objekte für die Vermietung hinzu.

Sandl hob das gesellschaftliche Engagement der Raiffeisenbank hervor. Mit den Klinik-Clowns werde in den Altenheimen und Krankenhäusern der Region ein Lächeln in die Gesichter der Bewohner und Patienten gezaubert. Dieses Engagement soll auch weiterhin fortgeführt werden.

Er informierte über die Personallage. Derzeit werden 71 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, davon 2 Azubis bei der Bank beschäftigt. „Das wichtigste Kapital eines Unternehmens sind die eigenen Mitarbeiter.  Als attraktiver Arbeitgeber verfolgen wir eine Strategie, die vor allem die Beratungsqualität der Mitarbeiter und eine nachhaltige Kompetenzsicherung zum Ziel hat“, so Sandl. Er stellte fest, dass sich die Raiffeisenbank trotz der veränderten Rahmenbedingungen wieder einmal mehr als gut geschlagen hat und ein ordentliches Ergebnis abgeliefert hat. Die nächsten Jahre stelle die Bank vor große Herausforderungen. Er versprach, dass die Raiffeisenbank weiterhin ihrem Motto „Mehr Nähe geht nicht“ treu bleiben werde.

Sandl bedankte sich bei den Vertretern, Kunden, Bürgermeistern und den Aufsichtsräten für das stets gute, offene und harmonische Miteinander.

Vorstand Konrad Kolbinger eröffnete seinen Bericht mit Bildern und Schlagzeilen der Bankenbranche. So werden bei der Deutschen Bank erhebliche Personalkürzungen stattfinden und bei Instituten von Ingolstadt, Eichstätt und Pfaffenhofen großen Fusionen angestrebt. Die eigene Raiffeisenbank will mit „TUN – die Anfangsbuchstaben von Tatkraft, Unermüdlichkeit und Nähe zum Kunden überzeugen“, so Kolbinger.

Kolbinger stellte die Zahlen der Bank vor. Die Entwicklung der Cost-income-Ratio sei positiv. Dies ist der Gradmesser, wieviel Geld ausgegeben werden müsse, um einen Euro einzunehmen. Dieser sei mit einem Wert von 0,54 sehr gut und die Bank stehe hier in Bayern auf Platz 13 unter allen 241 Genossenschaftsbanken. Bei den Kosten liege man durch das im Jahr 2015 gestartete Kosten- und Effizienzprogramm bayerweit auf dem 11. Platz. Die Kosteneinsparungen ermöglichen der Bank, auch künftig guten Service vor Ort und überaus gute Konditionen für die Kunden zu stellen.

So stieg die Bilanzsumme von 461 auf 477 Millionen Euro. Im Kreditgeschäft konnte die Bank sämtliche berechtigte Kreditwünsche erfüllen. Die Kreditausleihungen konsolidierten im Jahr 2017 beim Stand von 292 Millionen Euro.

Überdurchschnittlich gute Zuwächse wurden im Kundeneinlagengeschäft verzeichnet. Hier wuchs der Gesamtbestand an Kundeneinlagen von 310 Millionen Euro auf 337 Millionen Euro. Stolz zeigte er sich darin, weiterhin auf Negativzinsen bei den Kunden verzichten zu können.

Das außerbilanzielle Kundenanlagevolumen wuchs bei der R+V Versicherung um 11,1 Prozent, bei der Union Investment um 18,7 Prozent und bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall um 8,6 Prozent. Im Jahr 2017 ging das Betriebsergebnis auf 1,11 Prozent der Bilanzsumme leicht zurück. Gegenüber dem Durchschnitt der Bayerischen Genossenschaften von 0,93 Prozent hat die Bank 0,18 Prozent der Bilanzsumme mehr Betriebsergebnis. In Euro ausgedrückt bedeutet dies circa 850000 Euro mehr als der Durchschnitt. Die Raiffeisenbank sei gemessen am Kreditrisiko und dem Ertrag eine „A++“-Bank und genieße so die beste Bonitätseinstufung seitens der Sicherungseinrichtungen. Mit 1,4 Millionen Euro gezahlter Steuern komme davon auch ein großer Teil in Höhe von 580000 Euro den örtlichen Kommunen und damit auch der Bevölkerung wieder zugute. „Verbundenheit, Verantwortung und Vertrauen zu unseren Kunden sind die Basis unseres Geschäftsmodells und dabei wird es auch bleiben“, so Kolbinger.

Mindelstettens Bürgermeister Alfred Paulus lobte die Raiffeisenbank Riedenburg-Lobsing eG als kompetenten und verlässlichen Partner für die Privatkunden und gewerblichen Kunden vor Ort. Paulus dankte den Verantwortlichen für den Erhalt der Geschäftsstellen, der Arbeitsplätze und der Bezahlung von Steuern. „Mit ihrer Präsenz vor Ort, dem bestmöglichen Service und der breiten Aufstellung ist die Raiffeisenbank tief verwurzelt und sichert eine nachhaltige Betreuung der Kunden“, so Paulus weiter. Er wünschte der Raiffeisenbank weiterhin Glück und ein glückliches Händchen bei allen Entscheidungen.

Wirtschaftsprüfer Andreas Hartmann vom Genossenschaftsverband Bayern stellte der Bank den uneingeschränkten Prüfungsvermerk aus. Alle Geschäfte verliefen ordnungsgemäß und entspreche den gesetzlichen Anforderungen.

Der Vorschlag von Sandl, den Mitgliedern eine Dividende von 3,25 Prozent auszuzahlen wurde einstimmig von den Vertretern beschlossen. Der Rest des Bilanzgewinns in Höhe von 477000 Euro wird in die Ergebnisrücklage eingestellt.

Der turnusmäßig aus dem Aufsichtsrat ausscheidende Friedrich Riemhofer wurde einstimmig in das Gremium wiedergewählt. Ebenso einstimmig wurde die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat erteilt. Die Änderung der Satzung, die Neufassung zur Wahlordnung zur Vertreterversammlung und die Wahlen zum Wahlausschuss wurden ebenso einstimmig angenommen. In den Wahlausschuss wurden Sebastian Werner aus Otterzhofen, Michael Pfaller aus Oberdolling, Josef Karrer aus Pförring und Christine Bauer aus Obereggersberg gewählt.

Die Raiffeisenbank bündelt ihr Firmenkundengeschäft. Ab dem 1. Juli wird Thomas Mirwald die Abteilung leiten. Er stellte sich kurz vor. „Zusammen mit Thomas Schwägerl werde ich die Firmenkunden in allen ihren Belangen bestmöglichst beraten und betreuen“, so Mirwald. Die Verbindung zum gewohnten Kundenberater vor Ort soll dabei jedoch nicht abgerissen werden. Ebenso kurz vorgestellt hat sich Matthias Pfaller, der sich künftig um vermögende Privatkunden mit speziellen Anlagestrategien kümmert. Der Kreditleiter Thomas Buchner, der seit dem 1. März mit Prokura ausgestattet ist, versprach Kredit- und Finanzierungswünsche der Kunden weiterhin schnellstmöglich und kompetent mit seiner Mannschaft und den Kundenberatern vor Ort zu bearbeiten.

Hummel gab in seinen Schlussworten das Lob und die Anerkennung an die Vorstände und Mitarbeiter zurück. Der im Jahr 2014 eingeschlagene Weg des Effizienz- und Fitnessprogrammes trage heute Früchte und wurde dem alternativen Weg einer Fusion vorgezogen. Er bat die anwesenden Vertreter weiterhin, sich in der eigenen Raiffeisenbank einzubringen und Vertrauen zu haben.

Foto: Vorstand und Aufsichtsrat der Raiffeisenbank Riedenburg-Lobsing eG mit dem Prüfer vom Genossenschaftsverband Bayern. vlnr. Bernhard Sandl, Wendelin Meier, Friedrich Riemhofer, Roswitha Merl-Pollin, Andreas Hartmann, Norbert Hummel und Konrad Kolbinger.