MitgliederversammlungPlus 2019

Mitgliederversammlung der Raiffeisenbank: Vorstand zufrieden mit Jahresabschluss - Auftritt von Kabarettist Stefan Otto

Quelle: Donaukurier vom 11.11.2019

Mindelstetten (rat) Wegen der Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) muss sich die Raiffeisenbank Riedenburg-Lobsing auf "rückläufige Zahlen einstellen".
 

Diese unerfreuliche Prognose wagte Konrad Kolbinger, der Vorstandsvorsitzende der Genossenschaftsbank, am Donnerstagabend in Mindelstetten. Es gebe auch unter der neuen EZB-Präsidentin Christine Lagarde keine Hoffnung auf eine Änderung bei den Zinsen, sagte Kolbinger vor rund 800 Mitgliedern und Kunden.

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen herrschte aber Zufriedenheit mit den Zahlen des vergangenen Jahres. Bei allen wichtigen wirtschaftlichen Parametern rangiere die Raiffeisenbank Riedenburg-Lobsing deutlich über den Durchschnittswerten der 233 bayerischen Genossenschaftsbanken, berichtete der Bankdirektor. Die Bilanzsumme sei auf 493 Millionen Euro gestiegen, man verzeichne einen hohen Zufluss an Kundengeldern. "Trotzdem verlangen wir keine Negativ-Zinsen", sagte Kolbinger. Auch Filialen mussten nicht geschlossen werden. "Wir sind erfolgreich und stark, die sehr gute Bilanz macht uns zukunftsfähig", betonte Kolbinger.

Das bestätigte Direktor Thomas Buchner, der dem Vorstand seit dem 1. Juli angehört. Dank eines "Bündels an Maßnahmen" habe man auch im vergangenen Jahr "sehr gute Geschäftszahlen" erzielt. Allerdings würden der Raiffeisenbank wegen des "rasanten Tempos der Veränderungen" weitere vielfältige Herausforderungen bevorstehen. Buchner nannte in diesem Zusammenhang den Umbau der Zentrale in Riedenburg, der im Frühjahr beginnt. Man strebe hier eine Kombination aus persönlicher Nähe und modernem Banking an.

Mindelstettens Bürgermeister Alfred Paulus gratulierte zu dem "tollen Jahresergebnis in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld". Er wertete den Geschäftsbericht als Beweis, dass kleine Einheiten im Vergleich zu den Großbanken eine hervorragende Zukunftsperspektive hätten. Die Anwesenheit so vieler Kunden und Mitglieder belege zudem den hohen Stellenwert der Genossenschaftsbank in der Region, meinte Paulus. Die Raiffeisenbank sei außerdem ein wichtiger Arbeitgeber.

Die zweite Hälfte der Zusammenkunft gehörte dann dem niederbayerischen Musikkabarettisten Stefan Otto. Der Multiinstrumentalist überzeugte auch als Sänger und Geschichtenerzähler. Mit provokanten Fragen band er das Publikum in sein Programm ein: Wer ist Helene-Fischer-Fan? Wer hat einen Thermomix daheim? Und wer hat einen Bausparer bei der Sparkasse? Bei der letzten Frage schnellten im weiten Rund der Markthalle natürlich keine Finger nach oben. Aber Helene Fischer und der Thermomix hatten schon ihre Anhänger. Auch wenn man das kultige Küchengerät nach Überzeugung von Stefan Otto nur zur Herstellung von Rindenmulch und zum Schreddern von Helene-Fischer-CDs gebrauchen kann. So hangelte sich der Comedian singend und plaudernd an den oft skurrilen Abgründen des Alltags entlang. Auch als Parodist gab Stefan Otto eine prima Figur ab, verballhornte unter dem Gelächter des Publikums deutsche Sangesgrößen wie Heino, Udo Lindenberg oder Herbert Grönemeyer.