"Ihr alle habt diesen Preis verdient"

Quelle: Donaukurier

Riedenburg (DK) Bei der zehnten Gala gestern Abend ist er die 15. Persönlichkeit gewesen, die mit dem DK-Ehrenamtspreis ausgezeichnet wurde: Martin Ott. Seit über 30 Jahren sammelt der als Papst-Pilot bekannte Pförringer mit seinen Adventsbläsern Spenden für Bedürftige.

Freude am Leben: So lautete das Motto des Ehrenamtspreises 2017, der zum zehnten Mal von der Raiffeisenbank Riedenburg-Lobsing und dem DONAUKURIER ausgelobt wurde. An Gründen zur Freude mangelte es den Beteiligten gestern nicht. Die Jubiläumsgala in der Turnhalle der Mädchenrealschule St. Anna war geprägt von mitreißender Musik, ebenso mitreißenden Worten und großen Gefühlen. Zahlreiche Ehrengäste fanden sich ein, die bisherigen Preisträger ebenso wie die diesmal neun Nominierten, von denen jeder Einzelne seinen ganz eigenen Beitrag dazu leistet, seine Umwelt ein kleines bisschen besser zu machen. "Ehrenamt stiftet Lebenssinn", führte Harald Rast, Leiter der Lokalredaktion Riedenburg, in seiner Begrüßung aus. Dass diese Worte Wahres bergen, dürfte der diesjährige Preisträger Martin Ott wohl ohne zu zögern unterschreiben können. Die ehrenvolle Aufgabe, den Preisträger zu verkünden, übernahm Riedenburgs Vize-Bürgermeister Konrad Halbig.

Dennoch: Dass er den Preis entgegen nehmen darf, damit hätte der Pförringer nicht gerechnet. Ergriffen, mit der Hand auf dem Herzen, richtete Martin Ott einige Worte an die rund 200 Gäste. "Für mich ist es eine totale Ehre, überhaupt mit den anderen Nominierten auf einer Ebene zu stehen", sagte er. Die Entgegennahme der Urkunde verband er mit einer großen Geste. "Ihr alle, die ihr mit Hirn anschiebt, habt diesen Preis verdient. Ich würde mich freuen, wenn jeder der Nominierten sich auf der Rückseite verewigen würde", betonte Ott. Diesem Wunsch kamen Markus Schlagbauer vom Fanclub Rot-Schwarz Bavaria Neuenhinzenhausen, Carolina Keppel von den Benedictions, Peter Schwägerl vom Seniorenclub Riedenburg, Kirchenpflegerin Renate Schwarzmeier, Anne Schäffer und Paul Wambach vom Theaterverein Mindelstetten, Annelie Trögel vom Chor Flotte Töne und Thomas Übelacker vom Hans-Kobl-Oktett gerne nach.

Warum eine Laudatio gut ist, das erkenne er nun, meinte Martin Ott. "Sie gibt einem Zeit, diese totale Überraschung erst einmal zu verarbeiten." Die Aufgabe, die Lobesrede auf den diesjährigen Preisträger zu halten, oblag Pförrings Bürgermeister Bernhard Sammiller. "Das Lebensmotto unseres Martin Otts ist schon seit über 30 Jahren: Es geht nicht darum, was ich mit einer Millionen Euro tun würde, die ich nicht habe, sondern darum, was ich mit den zehn Euro tue, die ich habe", führte der Chef der Marktgemeinde aus, der noch einmal an die Verdienste Otts für die Allgemeinheit erinnerte. Dem begnadeten Musiker genüge es nicht, Menschen mit seiner Musik mitzureißen. Er ergreife den Taktstock nicht nur als Dirigent der Adventsbläser, sondern auch, um den Petersburger Wunderkindern und schließlich auch den russischen Obdachlosen zu helfen. Sein ehrenamtliches Engagement für das Projekt Nadjeschda, das von der Riedenburgerin Maria Zinsmeister initiiert wurde, sei mittlerweile ein Hilfsprojekt, das weit über Ott hinausgehe.

Als Pilot genüge es Martin Ott nicht, Prominente wie Papst Benedikt XVI. zu fliegen. Seit 1973 pilgere der Preisträger zur Schwarzen Madonna und habe die Altöttinger Fußwallfahrt der Pförringer ins Leben gerufen. "Und wenn's der Herrgott verlangt, dann lässt er auch alles stehen und liegen, chartert ein Flugzeug und fliegt mal eben schnell mit seinen Pilgern nach Rom zur Heiligsprechung unserer Anna Schäffer und öffnet ihnen dort aufgrund seiner Verbindungen im Vatikan Tür und Tor", sagte Sammiller.

Was macht eigentlich einen wirklich großen Menschen aus? Diese Frage beantwortete der Laudator gleich selbst. "Vermutlich sind es nicht die Millionen, die er besitzt, sondern das, was von ihm ausgeht: Charisma. Die Glaubwürdigkeit, mit der er für seine Sache eintritt und andere dafür gewinnt." Jemand, der alles gebe, Strapazen auf sich nehme und die letzten Kräfte mobilisiere. "Das kannst du, lieber Martin", betonte Sammiller, der nicht nur Ott selbst dankte, sondern auch dessen Familie, dass sie den Preisträger stets unterstütze. Auch Martin Ott selbst dankte seiner Frau Anne und den Kindern. "Freude am Leben geht nur mit anderen. Diesen Umweg muss man gehen", griff er das Thema des Preises noch einmal auf.

Die Benedicitons, die Viel-Harmonie im Unteren Altmühltal und die Schambachtaler Blaskapelle nahmen sich das Motto bei der Auswahl der Musik ebenfalls zu Herzen. Und weil Freude miteinander noch schöner ist, gesellten sich die Galagäste nach dem offiziellen Teil bei den von Angelika Steins Schülerinnen zubereiteten Häppchen zusammen.

Von Kathrin Schmied