Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Riedenburg-Lobsing eG

Raiffeisenbank Riedenburg-Lobsing eG schüttet für das vergangene Jahr Dividende von
3,25 % aus


Hagenhill. Zur diesjährigen Vertreterversammlung im Altmannsteiner Ortsteil Hagenhill waren viele Vertreter und Vertreterinnen der Raiffeisenbank gekommen. Aufsichtsratsvorsitzender Norbert Hummel begrüßte alle Anwesenden und berichtete von einem erneut guten Ergebnis der Bank. Die Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Riedenburg-Lobsing eG beschließt heuer eine Dividende von 3,25 Prozent an die 6090 Mitglieder auszuschütten. Hummel wäre im dreijährigen Turnus aus dem Kontrollgremium ausgeschieden. Er stellte sich zur Wiederwahl und wurde einstimmig im Amt bestätigt.

Vorstand Bernhard Sandl ging eingangs auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im abgelaufenen Geschäftsjahr ein. Die Null-Zins-Politik zeigt die beabsichtigte Wirkung. Geld soll investiert und ausgegeben werden. Der Zins und Zinseszinseffekt, als wichtigster Verbündeter des Sparers fällt weg.

Zu den Herausforderungen der Null-Zins-Politik kommen zudem noch strengere Anforderungen der Regulierung und der Bankenaufsicht. Eigenkapitalvorschriften wie BASEL III müssen eingehalten werden. Sandl versicherte jedoch, dass die Bank das eigentliche Geschäft mit den Kunden keinesfalls aus den Augen verliert. „Im Fokus unseres Handelns muss nach wie vor das Geschäft mit unseren Kunden und Mitgliedern stehen“, so Sandl. Er informierte über die im Jahr 2015 getätigten Investitionen, sowie über die derzeitige Personallage. Die größte Investition mit 202000 EUR wurde für das neue Versicherungs- und Immobilienbüro in Riedenburg getätigt. Derzeit werden 79 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, davon 12 Azubis bei der Bank beschäftigt.

Vorstand Konrad Kolbinger berichtete, dass die Bank trotz negativer Schlagzeilen in der gesamten Bankenbranche eine gesunde Basis geschaffen hat, damit diese auch  weiterhin selbstständig und erfolgreich am Markt sein kann.

Das entscheidende Kriterium ob ein Geschäftsjahr gut oder weniger gut verlaufen ist, ist nicht das Wachstum sondern vor allem das Betriebsergebnis. Dieses konnte im Jahr 2015 gegenüber 2014 sogar gesteigert werden, obwohl die Bankenlandschaft mit Gewinneinbrüchen von durchschnittlich 20 Prozent zu kämpfen hat. Ein umfangreicher Maßnahmenkatalog wurde 2015 umgesetzt. Dieser ist jetzt soweit ausgeschöpft, so dass die Aussichten für 2016 tendenziell schlechter werden. „Unser Kosten- und Effizienzprogramm hat 2015 die volle Wirkung gezeigt, wird sich jedoch im Jahr 2016 abschwächen“, so Kolbinger.

Wie Kolbinger weiter ausführte, schmälern die Niedrigzinsen der EZB die Erträge und die Provisionserlöse lassen sich auch nicht übermäßig steigern. Daneben sind in Zeiten der Digitalisierung erhebliche Investitionen, vor allem in Beratung und Technik notwendig.
Kolbinger stellte die Zahlen der Bank vor. So stieg die Bilanzsumme von 413 auf 427 Millionen Euro. Im Kreditgeschäft konnte die Bank sämtliche berechtigte Kreditwünsche erfüllen. Die Kreditausleihungen wuchsen im Jahr 2014 von 269 auf 281 Millionen Euro an.

Überdurchschnittlich gute Zuwächse wurden im Kundeneinlagengeschäft verzeichnet. Hier wuchs der Gesamtbestand an Kundeneinlagen von 265 Millionen Euro auf 285 Millionen Euro. Das entspricht 7,6 Prozent Wachstum.  Das außerbilanzielle Kundenanlagevolumen wuchs um 10,4 Prozent. Im Jahr 2015 konnte das Betriebsergebnis auf 1,20 Prozent der Bilanzsumme gesteigert werden. Gegenüber dem Durchschnitt der Bayerischen Genossenschaften hat die Bank 0,17 Prozent der Bilanzsumme mehr Betriebsergebnis. In Euro ausgedrückt bedeutet dies circa 725000 mehr Ertrag als der Durchschnitt.

Gemäß dem Motto: Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen einige von uns Mauern und die anderen Windmühlen. „Ich gebe Ihnen mein Wort, das wir mit 100 Prozent versuchen werden, Windmühlen statt Mauern zu bauen“, so Kolbinger.  Die Weiterentwicklung im Bereich der Digitalisierung schreitet auch bei der Raiffeisenbank voran. Vergangenes Jahr konnten eine komplett neue Internetseite starten. Heuer wird die Seite um eine reine Onlinegeschäftsstelle erweitert. „Die beiden mobilen Bankingapps auf dem Smartphones werden sehr gut angenommen und ermöglichen Bankgeschäft auch von unterwegs“, so Kolbinger weiter.

Altmannsteins dritter Bürgermeister Josef Wagner lobte in seinen Grußworten das dichte Geschäftsstellennetz und die breite Produktpallette des Hauses.

Wirtschaftsprüfer Andreas Hartmann vom Genossenschaftsverband Bayern stellte der Bank den uneingeschränkten Prüfungsvermerk aus. Alle Geschäfte verliefen ordnungsgemäß, die Bank gehe keine gefährlichen Geschäfte mit Finanzderivaten ein. Für 2016 sei jedoch aufgrund der derzeitigen Null-Zins-Politik und den damit verbundenen Herausforderungen der Bankenbranche mit einem sinkenden Betriebsergebnis zu rechnen, so Hartmanns Einschätzungen.

Foto: Vorstand und Aufsichtsrat der Raiffeisenbank Riedenburg-Lobsing eG mit dem Prüfer vom Genossenschaftsverband Bayern. vlnr. Konrad Kolbinger, Bernhard Sandl, Norbert Hummel, Roswitha Pollin, Friedrich Riemhofer und Andreas Hartmann.